Weinrallye #98 – Wein küsst Kulturerbe

Nach langer, sehr langer, Zeit, habe ich mich entschlossen wieder bei der Weinrallye mitmachen zu wollen. Vor allem auch gerade wegen diesem Thema. Wein küsst Kulturerbe. Klingt romantisch und historisch.

Wir Österreicher haben ja einen ganz besonderen Bezug zum Thema Wein, aber natürlich auch auf Kultur. Vor allem aber verfügt Österreich über eine mittlerweile hervorragende und bemerkenswerte Weinkultur. Was machen wir doch für einen Hype rund um unseren Grünen Veltliner, Riesling oder auch Zweigelt und Blaufränkisch.

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Die Zeiten von Brünnerstraßler und Heckenklescher sind passe. Wenn heute Wiens Bürgermeister Häupl durch die ehrwürdigen Hallen des historischen Wiener Rathauses ruft: „Man bringe den Spritzwein“, bekommt er einen deutlich besseren Tropfen als noch vor dem Datum X. Wir erinnern uns ja an die Story von 1985.

Österreich verfügt heute über eine Vielzahl von alteingesessenen Traditionsbetrieben. Vor allem rund um die Stadt Krems, der vinophilen Hauptstadt Österreichs. Das Weingut Toni Zöhrer (seit 1270!), oder das Stift Göttweig, gegründet 1083, südlich der Stadt am Göttweigberg. Auch wenn es verwirrend klingt, befinden wir uns nicht im Kremstal, sondern in der Wachau. UNESCO Weltkulturerbe seit dem Jahr 2000. Zur Info: Ich spreche von geographischen Grenzen, und nicht in Sinne der Bedeutung im Weingesetz. In der Wachau schlägt das Herz aller Weinfreunde gleich doppelt so schnell. Vor allem in den Gemeinden Spitz, Dürnstein oder Frauenkirchen sind bekannt. In Dürnstein findet sich zum Beispiel die Domäne Wachau, unter der Leitung von Master of Wine Roman Horvath und Kellermeister Heinz Frischengruber. Wenn ich an die Domäne Wachau denke, dann muss ich immer auch an ein ganz besonderes Erlebnis denken. Denn der älteste Wein, welche ich je verkosten durfte, kam genau von dort. Riesling Auslese 1969. Damals lautete der Name jedoch nicht Domäne Wachau, sondern Freie Weingärten Wachau.

Riesling Auslese 1969 - Domäne Wachau vormals Freie Weingärten Wachau

Riesling Auslese 1969 – Domäne Wachau vormals Freie Weingärten Wachau

Wenn man die Österreichische Weingeschichte betrachtet, dann dürfen wir uns über eine Entwicklung erfreuen, welche bereits vor 3.000 Jahren begann. Einst meinte man, dass der Wein seinen Weg nach Österreich durch die Römer fand, und in Kärnten begann. In der Tat, Kärnten hatte einst eine blühende Weinwirtschaft, und Weinkultur. Aber es begann nicht in Kärnten. Das fand man später bei Grabungsarbeiten in Niederösterreichs Gebieten Wachau, Carnuntum und Wagram heraus. Da stellte man fest, dass hier bereits 1.000 Jahre vor den Römern eine blühende Weinwirtschaft und somit auch Weinkultur zum Leben erwachte.

Heute kann man viele historisch und vinophil wertvolle Sehenswürdigkeiten erleben. Mit dem Schiff der Donau entlang schippern, die phänomenale Umgebung der Wachau bestaunen, die Seele baumeln lassen, und dazu ein Glas Grüner Veltliner Smaragd. Vorzugsweise ein älterer und reiferer Jahrgang. Herrlich! Was will man mehr? Ein Spaziergang durch die Altstadt von Krems, mit Blick auf die ältesten urkundlich erwähnten Rieden Sandgrube und Pfaffenberg. Schreiten auf den Spuren von Lenz Moser, der Person hinter der Drahtrahmen-Erziehung, welche heute Weltweit Anklang findet.

Hier küssen sich nicht nur Wein und Kulturerbe. Es begegnen einem ebenso eine wunderbare Natur, spannende Geschichten, und interessante, sowie inspirierende Persönlichkeiten. Da bleibt nur mehr eines zu sagen: Prost!

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